Zukunftsdialog Vergabe von Wasserrechten
Nachhaltiges Wassermanagement planen
Am 11.02.2026 nahmen im Rahmen des Mittelweserforums des Landvolk Mittelweser auf Einladung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Zukunftsforum Nienburg rund 61 Teilnehmer an einem digitalen Zukunftsdialog teil. Nach der Begrüßung durch Dirk Kleemeyer führte Hauke Ahnemann in das Thema „Wasserrechtliches Erlaubnisverfahren“ ein. Grundlage war das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), das die Nutzung von Gewässern regelt und insbesondere für die Feldberegnung in Niedersachsen von großer Bedeutung ist.
Für die Genehmigung eines Beregnungsbrunnens sind verschiedene Unterlagen erforderlich, darunter Angaben zum Antragsteller, Lagepläne, Eigentums- oder Pachtverhältnisse sowie Nachweise zum Wasserbedarf und Grundwasserspiegel. Die Untere Wasserbehörde prüft dabei insbesondere die Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt sowie ökologische Aspekte. Im Bescheid werden unter anderem Entnahmemengen, Brunnenstandorte, Beregnungsflächen und Laufzeiten festgelegt. Zusätzlich gelten Vorgaben wie die Installation eines Wasserzählers, die Dokumentation der Fördermengen sowie zeitliche Einschränkungen für Beregnungskanonen bei hohen Temperaturen.
Die Genehmigung der Feldberegnung orientiert sich an einer Wasserbedarfsprognose, die Faktoren wie Verdunstung, Fruchtfolge, Klimaraum und Bodenwerte berücksichtigt. Die festgelegten Entnahmemengen dürfen dabei nicht überschritten werden.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Clemens Löbnitz die Verbandsstruktur sowie den aktuellen Stand im Landkreis Uelzen vor. Dort reichen die Grundwasservorkommen für die Feldberegnung allein nicht mehr aus. Deshalb werden zusätzlich gefiltertes Wasser aus Kläranlagen sowie Wasser aus industriellen Prozessen genutzt und in Speicherbecken vorgehalten. Zudem wurden gesteuerte Drainagen getestet, um Wasser effizienter in der Fläche zu halten. Deutlich wurde, dass insbesondere der Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe und Verbände notwendig ist, um langfristige Lösungen für die Wasserversorgung zu entwickeln.
